Presseartikel
Hallenbau par excellence
Genau zum Jahrestag der Flutkatastrophe feiert die Bäckerei Brade
in Riesa den Neubezug der neuen Produktionshalle. Nach knapp neun Monaten
Planungs- und Bauzeit übergab Dietrich Fertigbau schlüsselfertig
eine Produktionshalle mit angeschlossenem Verkaufs- und Cafébereich.
Mitte August 2002: Nach vielen Regentagen begannen die Pegel der Flüsse in den östlichen Gebieten von Deutschland und dem angrenzenden Ausland dramatisch zu steigen. Innerhalb von nur wenigen Stunden stieg der Wasserpegel der Elbe und der darin mündenden Flüsse auf Höchststände. Die Jahrhunderflut überzog ganze Landstriche und vernichtete nicht nur Bauwerke, sondern ganze Existenzen. Nur ein geringer Teil der damals Betroffenen, deren Hab und Gut Meterhoch unter Wasser stand oder sogar ganz davon gespült worden ist, hatten die Kraft und wagten im hochwassersicheren Gebiet einen Neuanfang. Eine der damals betroffenen Bäckereien war die von Matthias Brade im sächsischen Röderau bei Riesa. Das Gewerbegebiet, wo sich die erst Mitte der Neunziger neu gebaute Produktion und ein angegliedertes Café befanden, wurden von der immerhin 1,5 km entfernten Elbe vollständig überschwemmt. Von heute auf morgen stand das Unternehmen vor dem Nichts.
Neustart nach der Flut
Nachdem Brade, der auch privat von der Flut betroffen war, den ersten
Schrecken überwunden hatte, begann er sofort mit dem Wiederaufbau.
„Es gab nur zwei Alternativen: Entweder Insolvenz anmelden oder
einfach weitermachen! “ Das Ehepaar Brade entschied sich zum Neuanfang.
In nur wenigen Tagen errichtete der Bäckermeister in Zusammenarbeit
mit der Bäko in Groitzsch und der in Sohland ansässigen Firma
Pro-fit-2 auf dem fast 50 km von Riesa entfernten Firmengelände
der Bäko eine Übergangsbackstube. Bereits wenige Tage später
hatte Brade die ersten Gespräche mit dem Versicherungsunternehmen
und seiner Hausbank. Bereits Ende September war der finanzielle Weg
zum Neuanfang geebnet, so dass er mit weiteren Planungen fortschreiten
konnte. „Weil die bisherige Produktionsstätte jedoch so stark
beschädigt war und ich nicht das Risiko einer Wiederholung der
Katastrophe eingehen wollte, machte ich mich auf die Suche nach einem
geeigneten Grundstück für einen Neuaufbau “, erinnert
sich Brade.
Glück im Unglück
Schnell wurde Brade am Rande eines kleinen Gewerbegebietes mit sehr
guter Verkehrsanbindung fündig. Der nächste Schritt war die
Planung der neuen Produktionsstätte. „Durch den Neubau vor
acht Jahren hatte ich bereits einige Erfahrungen gesammelt: Damals hatten
wir die Planung und Ausführung zusammen mit einem ortsansässigen
Architekten durchgeführt. Meine Erfahrungen aus dieser Bauzeit
trugen schließlich dazu bei, mir ein Unternehmen zu suchen, das
sich mit dem Bau einer Bäckereiproduktion und der damit verbundenen
technischen Ausstattung auskennt. Zudem wollte ich, dass ich mich so
wenig wie möglich um den Neubau kümmern musste, denn ich hatte
genug damit zu tun, den Betrieb am Laufen zu halten, damit es uns bis
zur Fertigstellung der neuen Halle überhaupt noch gab. “
Auch hier hatte Brade aus heutiger Sicht sehr viel Glück. Schnell war mit Dietrich Fertigbau ein Partner gefunden, der in der Lage war, innerhalb von nur sechs Monaten eine schlüsselfertige Halle zu bauen.
Planung und Baubeginn
Nachdem das Generalunternehmen den Zuschlag für den Bau erhielt,
begann man dort zuerst mit einer Wirtschaftlichkeitsanalyse. Dabei wurden
die Ist-Werte des Betriebes aufgenommen, um festzustellen, welcher finanzielle
Rahmen zur Verfügung stand und welche Hallengröße für
den Betrieb am idealsten ist. Wenige Tage nachdem diese Werte vorlagen,
entstand bereits in Zusammenarbeit mit Brade der erste Grundrißplan.
Bis auf wenige grundlegende Vorstellungen und einige Details überließ
der Bäckermeister die gesamte Planung dem Hallenbauer.
Um kurze Wege in der Produktion zu gewährleisten, wollte Brade die Kühlanlage im Hallenmittelpunkt und nicht an die Halle angesetzt haben. Außerdem sollte der Produktion ein Verkaufs- und Cafébereich angeschlossen werden, dessen Ausbau jedcoh nicht durch den Hallenbauer, sondern durch einen Ladenbauer geschehen sollte.
Mit Fertigstellung der Bauzeichnung stellte Dietrich Fertigbau den Bauantrag. Während man auf die Baugenehmigung wartete, wurde die Produktion detailliert geplant. Dazu nahm man Kontakt mit dem Ofen- und Kältelieferanten und mit dem Unternehmen, das die Klimatechnik für die Backstube liefern sollte, auf.
Mit Erhalt der Baugenehmigung begann man mit der Fertigung der ersten Wandelemente in Schlangen bei Detmold. Parallel dazu wurde vor Ort die 20 cm dicke Betongrundplatte gefertigt. „Bereits zwei Wochen nachdem die ersten Sandwichelemente per Tieflader ankamen, stand die Halle. Es war schon verblüffend wie schnell das Bauvorhaben fortschritt “, so Matthias Brade.
Besondere Bauweise
Mit ein Grund für die Entscheidung zur Zusammenarbeit mit Dietrich
Fertigbau war für Brade die stützenlose Hallenkonstruktion.
Bestehen die meisten Hallen aus einer Stahlkonstruktion zwischen denen
Betonelemente angebracht sind, so findet man bei den Hallen eine Bauweise
ohne störenden Wandstützen mit durchgehenden, glattflächigen
Innenwänden vor. Nicht nur, dass dadurch die Einrichtung erleichtert
wird, die Bauweise ermöglicht eine leichte Reinigung der 2,10 m
hoch gefliesten Wände. Beim Bodenbelag fiel die Wahl auf einen
fugenlos verlegten Fliesenboden in der Produktion. Alternativ hätte
man aber auch einen Kunstharzboden nehmen können. „Der Fliesenboden
hatte jedoch den Vorteil, dass defekte Stellen leicht zu steuern sind.
“ Besonders wartungsfrei ist auch die Außenverkleidung der
Halle. Hier verwendete man einen wartungsfreien Carrara Marmor Split
– eine Art Waschbeton, der lediglich nach einigen Jahren mal mit
einem Dampfstrahler gereinigt werden muss.
Weil für die bebaute Grundfläche nur knapp 1.300 m² zur Verfügung standen, entschied man sich im vorderen Teil der Halle über dem Bereich der Stellplätze für die Lieferwagen die Halle zweietagig zu bauen und mit einem Pultdach zu versehen. So konnten in der zweiten Etage Büros, Umkleideräume und im vorderen Bereich das Sitzcafé untergebracht werden. Insgesamt kam man so auf eine überbaute Fläche von 1.036 m², wobei auf die Produktion 389 m² entfallen. Dabei hat das Pultdach im Frontbereich eine Höhe von 7,95 und im hinteren Bereich - wo Lagerräume, Mehlsilo und die Anlieferung untergebracht sind - eine Höhe von 4,70 m.
Zertifizierung geplant
Mit der Fertigstellung der neuen Produktion ist Matthias Brade allerdings
noch nicht am Ziel. Bereits der alte Betrieb war seit 1999 zertifiziert.
Vor einem Jahr stand der Betrieb vor der erneuten Zertifizierung nach
DIN ISO 9001:2000. „Das neue Audit fiel damals sprichwörtlich
ins Wasser. Mein nächstes Ziel ist es deshalb innerhalb des nächsten
Jahres die Zertifizierung erneut vorzubereiten. “ Auch diese Zielvorgabe
wird der ehrgeizige Bäckermeister sicherlich meistern.
Das sagt Matthias Brade:
„Ich entschied mich für Dietrich Fertigbau als Generalunternehmen,
weil man in der Lage war, mir zu einem Festpreis innerhalb von nur sechs
Monaten eine schlüsselfertige Halle, die zudem meinen Vorstellungen
entsprach, bauen konnte. Der reibungslose Ablauf und die einwandfreie
Bauweise haben mir gezeigt, dass ich mich absolut richtig entschieden
habe. “
Quelle: Bäckerzeitung 20/03

