Presseartikel
Nicht auf Sand gebaut
Die Bäckerei Krimphove ist eine feste Größe im stark umkämpften Markt der westfälischen Metropole. Dank der von Dietrich Fertigbau realisierten neuen Produktionshalle und besonders zugkräftigen Geschäftsmodellen präsentiert sie sich auch für die Zukunft gut aufgestellt.
"Die Neubauidee spukte mir schon fünf Jahre im Kopf herum", berichtet der Bäckermeister und Betriebswirt
des Handwerks Georg Krimphove über die Vorgeschichte seines repräsentativen Neubaus im Münsteraner Industriegebiet
Loddenheide, einem ehemaligen Militärgebiet. Die Produktionshalle samt Verwaltungstrakt und Ladencafé auf einem 4.800 qm
großen Grundstück ist nach einem schrittweisen Umzug seit Oktober 2009 am Netz und hat den alten innerstädtischen Standort
damit komplett abgelöst.
Konkret wurden die Pläne auf der Südback 2007, als Krimphove mit den Komplettbauprofis von Dietrich Fertigbau ins Gespräch kam.
Ein Finanzplan wurde aufgestellt, Wirtschaftsförderung erfolgreich beantragt und die allfälligen bürokratischen Hindernisse
(Bauamt fordert Dachbegrünung, Bäcker und Lebensmittelüberwachung sind dagegen etc.) wurden, auch dank der Unterstützung des
erfahrenen Betriebsberaters Fritz Potthast von der Ebäcko, glücklich überwunden. Endlich stand fest: Der neue Hauptstandort
wird Wirklichkeit. Knapp sechs Monate nach Baubeginn im März 2009 stand der Massivbau bezugsfertig und erwartete den "Feinschliff",
der in zwischen weitgehend abgeschlossen ist. Auch die Zertifizierung nach DIN ISO 9001 ist auf einem guten Weg und soll noch 2010
erreicht werden.
Klare Vorstellungen, fixer Preis
"Wir wollten einen Zweckbau, kein Schloss", beschreibt Krimphove die Vorgabe an Dietrich Fertigbau. Eine bezahlbare Produktion
mit einem komplett nutzbaren Raum (ohne Strebepfeiler) sollte es sein, dazu ein ansprechender Laden samt Cafe und der Möglichkeit zur
Außengastronomie: So lautete die Herausforderung, die zum (eingehaltenen!) Festpreis realisiert wurde. "Für uns ist die
Preisgarantie ein wichtiges Verkaufsargument", unterstreicht Geschäftsführer Peter Pescher von Dietrich Fertigbau. Er betrachtet
das Neubauprojekt als "grundsolides Geschäft", das sich für Krimphove auf jeden Fall innerhalb der nächsten zehn Jahre amortisieren werde.
"Ausweislich unseres Jahresplans rechnet sich das Projekt vom ersten Tag an!", geht der Bäcker sogar einen Schritt weiter.
Oie Auslastung der Produktion (derzeit im 1,5-Schicht-Betrieb) ist gut, aber noch ausbaufähig: 20% Wachstum auf bestehender
Fläche sollten möglich sein. Mit dem Neubau verknüpft Georg Krimphove jedoch keine Expansionsgedanken ("Wir werden uns weiter
innerhalb der Stadtgrenzen bewegen"), sondern in erster linie eine Verbesserung der logistischen Abläufe auf breiter Front.
"Frische ist die absolute Grundvoraussetzung", unterstreicht Krimphove. Vor allem die verkehrstechnisch günstige Lage mit Zufahrt
und einer ausreichenden Zahl an Parkplätzen für die sechs Lieferfahrzeuge wirkt sich positiv aus, denn die Belieferung aller
18 Filialen und das umfangreiche Liefergeschäft (20- 25% Umsatzanteil) - rund 25 000 Brötchen und 2 500 Brote verlassen täglich
die Backstube - werden nun von hier aus abgewickelt. Auch die nun gut zugänglich zur Verfügung stehenden 100 qm Kältefläche und
74 qm Backfläche (davon 50% Stikken) sorgen für erhebliche Arbeitserleichterung. In Kälteanlagen und fünf neue Backöfen wurde
ebenso investiert wie in eine neue computergesteuerte Siloanlage. Ein nicht zu verachtender Nebeneffekt aus Sicht des Firmenchefs
ist die deutlich gestiegene Zufriedenheit der Mitarbeiter um Backstubenleiter Kay Schermer und Konditoreichef Siegfried Kühn,
die durch "weiche Faktoren" wie verbesserte Arbeitsbedingungen (= mehr Gesundheit) und Parkgelegenheiten begründet ist.
Und dies wohlgemerkt in einem Betrieb, der schon 2008 als erster in Münster die Bonusstufe für betriebliche Gesundheitsförderung
erreichte und dafür von der IKK ausgezeichnet wurde.
Ein dritter Aspekt ist die Verbesserung der Energiebilanz durch eine entsprechende Bauweise. Dank der Wärmerückgewinnung,
die z. B. für den Betrieb der Fußbodenheizung und das gesamte Brauchwasser genutzt wird, sollen die Energiekosten um bis zu 30% sinken.
Die bislang benötigte Jahresstrommenge von 750 Tsd. kWh würde sich dann auf rund 500 Tsd. kWh einpendeln.
Das angeschlossene, von 5.30 bis 17 Uhr geöffnete Cafe bietet neben einer Auswahl an Bäckereiprodukten Frühstückskombinationen und
Mittagstisch an, was nicht nur von den Beschäftigten im Industriegebiet gerne genutzt wird.
150 Jahre Bäckerfamilien-Tradition
Mit Seniorchef Heinrich, Georg Krimphove (seit 2000 am Ruder) und Sohn Christopher, der nach Ausbildung und Studium fest einsteigen will, sind drei Familiengenerationen im 1860 gegründeten Unternehmen aktiv. Das 150-jährige Bestehen wird ganzjährig mit besonderen Jubiläumspreisangeboten in den Läden gefeiert. Ein Tag der offenen Tür ist ebenfalls geplant, dazu kommt ein Rathausempfang im Juli 2010. "Wir möchten auch weiterhin als traditioneller Handwerksbetrieb überzeugen", beschreibt der Innungsobermeister der Gildebäcker von Münster die Unternehmensphilosophie von "Der gute Bäcker H. Krimphove GmbH" (Firmierung). Seine Verbundenheit mit der Stadt und Region unterstreicht er seit 15 Jahren auch durch das Sponsoring des Fußballclubs Preußen Münster. Georg Krimphove, der sich auch im Vorstand seiner Ebäcko engagiert, bezeichnet sich außerdem als einen "Freund des genosssenschaftlichen Prinzips". Umfang und Ausmaß der BAKO-Serviceleistungen seien mittlerweile einfach "toll, die Unterstützung bei Investitionen eine große Hilfe für das Handwerk.
Kreative Geschäftsideen sind gefragt
Im hart, aber zumindest von den Innungsmitgliedern fair umkämpften Markt Münster müssen sich die Handwerksbäcker allerdings gegen
eine Vielzahl von Discountern durchsetzen - dafür sind Premiumqualität und kreative Ideen gefragt. "Der Verbraucher muss den Mehrwert
unseres Angebots erkennen", fordert Krimphove. 14 Produkte werden aktuell frisch in seinen Filialen abgebacken. Erklärtes Ziel ist
es außerdem, die freundlichsten Verkäufer/innen zu beschäftigen. Viermal gibt es in Münster inzwischen "Krimphoves Brotzeit", wo das
Snackangebot und auch die warmen Mittagessen nach Möglichkeit stets auf Brotbasis zubereitet werden. Doch der wohl größte Coup ist
dem Unternehmen mit der Filiale "Pain et Gateau" in einem denkmalgeschützten Gebäude am Michaelisplatz im Zentrum von Münster geglückt.
Neben den zahlreichen Hausspezialitäten wie der "Lambertikruste" (Roggen mischbrot) und der "Promenadenmischung" (Mehrkornbrot mit
5% Haferanteil) wird dort, wie der Name bereits nahe legt, vor allem die belgisch-französische Back- und Esskultur gepflegt.
Georg Krimphove ist bekennender Fan der französischen Backtradition mit ihrer langen Teigführung. lnspiriert von Klassikern des
Genres wie "Le Pain Quotidien" oder "Paul" werden im "Pain et Gateau" Obsttörtchen und Gemüsetartes serviert, französische
Brotspezialitäten (zum Teil unter Lizenz von "Pain Paillasse") und Viennoiseries wie Eclairs & Co.
Das von Berner Ladenbau stilgerecht eingerichtete Geschäft mit 30 Sitzplätzen auf zwei Etagen vermittelt französisches Flair
(u. a. durch einen langen Holztisch), integrierte bewusst jedoch auch klassische Münsteraner Elemente wie Ziegel, alte Kacheln,
Gemälde und das Hausschild. Die Bürger von Münster haben dieses Schmuckstück jedenfalls schnell akzeptiert und frequentieren es fleißig.
Quelle: Bäko Magazin 03|10

